Blattjagd: Expertentipps zur Blattzeit von Klaus Demmel

Kaum eine andere Jagdart ist spannender als die Blattjagd auf den roten Bock. Blattjagdspezialist Klaus Demmel verrät den Lesern unserer Homepage die Tricks und Kniffe, die auch den heimlichsten Bock aufs Blatt springen lassen.

Rehbock erlegt bei der Blattjagd mit dem Rottumtaler Rehblatter Bockstrecke mit Klaus Demmel

Wo Blatten: Im Wald sind dunkle Bereiche, wie schattige Altholzbestände mit niedrigem Bewuchs immer erfolgsversprechend, wenn möglich mit genügend Abstand zum Einstand, achtzig bis hundert Meter sind ideal. Natürlich kann nicht nur vom Boden, sondern auch von Hochsitzen aus geblattet werden, dabei müssen wir eines immer beachten: niemals Böcke auf kürzere Distanzen von erhöhter Warte aus anblatten, denn jeder Rehbock weiß natürlich, dass die Ricken und Schmalrehe nicht von den Bäumen „pfeifen“, wird dagegen  genügend Abstand zum Einstand eingehalten, bietet die erhöhte Warte nur Vorteile.

Wann Blatten: Vom Datum aus gesehen gibt es zwei erfolgsversprechende Zeiten. Einmal Brunfteingang und dann wiederum Brunftausgang. Brunfteingang das ist die Zeit, vom etwa 25. bis 28. Juli. Um diese Zeit sind die Böcke noch in guter Kondition und reagieren sehr gut. Danach folgen in der Regel vier bis fünf Tage wo der Erfolg eher spärlich ist. Ab dem 2. August kommt die zweite Phase, Brunftausgang . Bis etwa 10. August hält die Brunft an und flacht dann doch schnell ab. Um welche Uhrzeit geblattet wird, hängt stark von der Witterung ab. Bei bedecktem Himmel und nicht all zu großer Hitze, oder gar bei Regnerischem Wetter kann den ganzen Tag über erfolgreich geblattet werden. Bei Hitzeperioden sollten dagegen unbedingt die frühen Morgen und die späteren Abendstunden genutzt werden.

Wie Blatten: Nachdem wir je nach Wind und Tageszeit den Blattstand ausgewählt und bezogen haben, sollte unbedingt eine Wartezeit von zehn bis fünfzehn Minuten eingehalten werden, damit die Umgebung wieder zur Ruhe kommt. Danach beginnen wir mit den ersten Fiepserien, und nun zeigt sich wer Zuhause fleißig geübt hat und den Umgang mit dem Blattinstrument beherrscht.
Die einzelnen Blattserien, sowie die dazwischen liegenden Pausen hier zu beschreiben, wäre sehr schwierig, diese sind aber auf der  CD „Blatten mit Klaus Demmel“  genau beschrieben und im einzelnen akustisch vorgeführt. Wichtig ist, dass  verschiedene Serien durchgespielt werden, denn der Bock kann sich in verschiedenen Situationen befinden und reagiert auf den, der Situation entsprechenden Laut.
Machen Sie sich auch keine Gedanken wenn einmal ein schräger Ton entsteht,  ein paar falsche, schräge Töne haben absolut keine negative Auswirkung. Nehmen Sie sich ein Herz und geben Sie Ihrem Gefühl freien Lauf. Stellen Sie sich einfach vor „Sie sind das Schmalreh das nach dem Bock ruft“, oder  „Sie spielen die Ricke, und stellen sich vor,  der Bock hängt Ihnen hinten an der Schürze“, dann sind Sie auf dem richtigen Weg.

Mit einem kräftigen Waidmannsheil

Klaus Demmel

Den Rottumtaler Rehblatter, die Blattjagd CD sowie die DVD Blattjagd Live von Klaus Demmel gibt es in der Kategorie Blattjagd in unserem Onlineshop 

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Über Alexander Busch

Alexander Busch ist von Kindesbeinen an mit der Jagd verbunden und begleitete den Vater schon als 4-jähriger mit großer Begeisterung zum Jagen. Er führt Wachtelhunde und ist JGHV Verbandsrichter. Alexander Busch schreibt für die Jagdzeitschrift "Wild und Hund" und ist als Buchautor tätig. Sein Wissen gibt er als Referent in zahlreichen Seminaren u. a. für den Jägerlehrhof Jagdschloss Springe, BJV Landesjagdschule Wunsiedel, "Wild und Hund Aktiv", Landesjagdverband NRW, Land Rover Live und Hegeringveranstaltungen weiter.