Das Lockbild bei der Krähenjagd

Um bei der Krähenjagd erfolgreich zu sein ist ein realistisches Lockbild erforderlich. Doch wie stellt man ein solches Lockbild zusammen, wieviele Lockvögel sollte man aufstellen, was muss man in Bezug auf die Windrichtung beachten? Hier ein paar Tipps aus der Praxis.

Jäger mit Tarnanzug in Realtree Max-4® bei der Krähenjagd am freundlichen Lockbild aus beflockten Lockkrähen 2 Jäger vor einer Strecke aus Rabenkrähen erlegt bei der Lockjagd am freundlichen Lockbild

Auch bei der Krähenjagd können es eigentlich nie zu viele Lockkrähen sein, es gilt auch hier die Deviese „je mehr-desto besser“. Mindestens 10 sollten es sein, als wirklich effektiv haben sich Lockbildgrößen von mindestens 25 Atrappen plus Krähenmagnet erwiesen, doch auch 40 und mehr Vögel können verwendet werden. Zu kleine Lockbilder werden von den Krähen häufig ignoriert. Bei der Jagd sollte auf beflockte Lockkrähen zurückgegriffen werden. Der Vorteil der beflockten Lockkrähen liegt darin begründet, dass der mattschwarze Flock einen höheren Kontrast ergibt, wodurch die Lockvögel von anfliegenden Krähen besser wahrgenommen werden können. Darüber hinaus verhindert der Flock störende Reflexionen auf den Lockvögeln, die für anfliegende Krähen wie ein Warnsignal wirken. Will der Jäger ein wenig Bewegung im Lockbild haben empfehlen wir beflockte Halbschalen-Lockkrähen und unsere „Taubenwackler“. Halbschalen-Lockvögel oder die FUD-Rabenkrähen empfehlen sich für Jäger, die nicht viel Transport- oder Lagerplatz für ihre Ausrüstung zur Verfügung haben. Für ein wenig Abwechselung im Lockbild können einige beflockte Lockelstern sorgen.

Beflockte Lockkrähen und ein Krähenmagent vor einem Tarnstand bei der Lockjagd auf Krähe Lockbild für die Krähenjagd bestehend aus beflockten Lockkrähen und einem Krähenmagnet

Steht fest, an welcher Stelle im Revier die Krähenjagd stattfinden soll, so müssen am Jagdtag die Hauptflugrichtung der Rabenkrähen und die Windrichtung beachtet werden. Erwartet man die Krähen beispielsweise von vorne, der Wind kommt aber von rechts, so werden die Krähen eindrehen und von links in das Lockbild einfallen. Man sollte den Platz für den Tarnstand nach Möglichkeit so wählen, dass die Krähen nicht über den Tarnschirm eindrehen, da einige Krähen dann die Tarnung der Jäger „durchschauen“ werden und so Unruhe in die übrigen anfliegenden Krähen bringen.

Lockbild aus beflockten Lockkrähen Lockbild aus beflockten Lockkrähen auf Maisstoppel im Winter

An der Seite des Lockbildes, an der man die meisten Krähen erwartet, muss auch der Krähenmagnet positioniert werden. So eingesetzt lenkt er die Aufmerksamkeit der Rabenkrähen optimal vom Tarnstand und den darin wartenden Jägern ab und fesselt deren Blick auf das Lockbild. Ein Großteil der Krähen fällt deshalb auch in direkter Umgebung des Krähenmagnets ein. Die Lockvögel sollten locker verteilt in maximal 25m Entfernung vom Stand aufgestellt werden. Anders als bei der Gänsejagd sollten die Lockvögel einen Abstand von mindestens 10 m vom Tarnstand haben. Ein Ausrichten der Vögel wie etwa bei der Taubenjagd, wo alle Vögel gegen den Wind sitzen sollen, ist nicht nötig und wirkt auf die anfliegenden Krähen eher unrealistisch.

Über Alexander Busch

Alexander Busch ist von Kindesbeinen an mit der Jagd verbunden und begleitete den Vater schon als 4-jähriger mit großer Begeisterung zum Jagen. Er führt Wachtelhunde und ist JGHV Verbandsrichter. Alexander Busch schreibt für die Jagdzeitschrift "Wild und Hund" und ist als Buchautor tätig. Sein Wissen gibt er als Referent in zahlreichen Seminaren u. a. für den Jägerlehrhof Jagdschloss Springe, BJV Landesjagdschule Wunsiedel, "Wild und Hund Aktiv", Landesjagdverband NRW, Land Rover Live und Hegeringveranstaltungen weiter.