Gänsejagd mit dem Layout Blind

Hitman Layout Blind Max 4 mit Stroh getarnt bei der Lockjagd auf Gänse SnowCover auf Hitman Layout Blind beim Einsatz während einer Gänsejagd
Gänse fallen zum Äsen am liebsten auf Flächen mit möglichst weiter Sicht ein. Dieses Sicherheitsbedürfnis der schlauen Vögel erschwert die Bejagung ungemein, da es auf dem freien Feld für den Jäger kaum Deckungsmöglichkeiten gibt. Eine Möglichkeit einen Schirm für die Gänsejagd zu schaffen, stellt somit das Graben von Erdlöchern auf dem Acker dar. Dies hat jedoch relativ viele Nachteile. So erfordert es z.B. einen erheblichen Arbeitseinsatz vor der Jagd. Ein weiteres Hindernis ist die notwendige Einwilligung des Flächeneigentümers. Lässt sich der Landwirt auf einem Stoppelacker vielleicht noch vom Jäger überzeugen, so wird er auf einem Rapsacker diesem Vorhaben garantiert nicht zustimmen. Eine weitere Erschwernis stellt das Abtransportieren des Aushubs dar. Zu guter letzt ist ein ganz erhebliches Problem die mangelnde Flexibilität. Die von Gänsen angenommenen Flächen wechseln häufig. Hier kann mit einem Erdloch nicht schnell und flexibel genug reagiert werden.

Aus diesen Gründen wurden vor ca. 30 Jahren in Nordamerika die sogenannten Layout Blinds entwickelt. Es handelt sich dabei um eine Art Liege, die zwischen bzw. hinter den Lockvögeln platziert wird und dem Jäger ein bequemes Warten bei vollständiger Tarnung ermöglicht. Sie besteht aus einem Metallgestell, einem Überzug aus Tarnstoff und einer gepolsterten Liegefläche.

Jäger schießt mit Benelli Black Eagle II aus Hitman Layout Blind im Tarnmuster Realtree Max4® Jäger schießt aus dem Hitman Layout Blind Max-4
Vorbereitung auf die Saison

Das Schießen aus der „Gänseliege“ erfordert jedoch etwas Übung. So ist der Bewegungsablauf für die meisten Jäger eher ungewohnt. Dabei wartet der Jäger in bequemer Liegeposition so lange, bis die Gänse im Landeanflug oder Überflug sind. Erst im letzten Moment stößt er die beiden Öffnungen auf und richtet sich zum Schießen auf. Das Ziel besteht also darin, sich in einer flüssigen Bewegung von der liegenden Position in eine sitzende Position aufzurichten, dabei das Ziel zu erfassen und zu treffen. Es hört sich allerdings komplizierter und schwieriger an als es tatsächlich ist. Eine sehr gute Möglichkeit sich auf die Gänsesaison vorzubereiten ist die Fahrt zu einem Jagdparcours mit der Gänseliege. Dabei sollte das Üben am besten in der gleichen Ausrüstungskonfiguration erfolgen, wie hinterher gejagt werden soll. D.h. in voller Tarnung (Kopfnetz, Handschuhe) und auch in der Kleidung, die hinterher bei der Jagd getragen wird. Ein aktiver Gehörschutz komplettiert das Ganze.

Jäger im Hitman Layout Blind Max-4 auf dem Jagdparcours Jäger in Hitman Layout Blind Max-4
Zwei Situationen sollten dabei am intensivsten geübt werden, da sie bei der Lockjagd auf Gänse am häufigsten vorkommen: das sind zum einen Wurfscheiben die auf einen zufliegen und dabei an Höhe verlieren (sinken) und zum anderen Wurfscheiben die senkrecht aufsteigen. Das erste simuliert Gänse im Landeanflug, die zweite Situation Gänse die vom Lockbild bereits wieder durchstarten. Ein Stand der hierzu optimale Übungsmöglichkeiten bietet ist bpsw. der Jagdparcours auf dem Trapstand des Schießstandes Coesfeld-Flamschen.

Gänseliege Hitman Layout Blind Max 4 Gänseschirm Hitman Layout Blind Max-4

Wie liegt man im Schirm?

Die Waffe liegt mit der Mündung in Richtung Füße. Die Mündung wird auf der unteren Querstrebe des Layout Blinds platziert. Die beiden Klappen liegen somit auf dem Lauf. Die Mündung ist NIEMALS innerhalb des Schirms (Sicherheit!).  Zum Öffnen des Schirms geht man in den Anschlag. Dabei werden mit beiden Händen die Klappen aufgedrückt, die auf leichten Druck zurückspringen und sich dann ganz öffnen. Da in aller Regel mit mehr als einer Person auf Gänse gejagt wird, werden aus  Sicherheitsgründen die Schirme in einer Reihe nebeneinander aufgebaut. Dadurch wird  die  gegenseitige Gefährdung reduziert.
Die Ausrichtung der Gänseliege erfolgt bei Rechtsschützen um ca. 30° Grad versetzt nach rechts zu einer gedachten Achse durch das Lockbild. Bei Linksschützen sollte der Versatz nach links erfolgen. Auf aus dem Lockbild ausbrechende Gänse kann dann sehr viel leichter mitgeschwungen werden, was sich in besseren Trefferquoten niederschlägt.

Tarnung

Es besteht die Möglichkeit den Schirm noch weiter zu verblenden. Bei der Jagd auf Getreidestoppeln im August z.B. wird Stroh durch die Schlaufen gezogen. In Nordamerika gibt es als Zubehör spezielle Tarnsets, die aus gefärbtem, bastähnlichem Material bestehen, welches durch die Schlaufen gezogen wird. Diese Sets enthalten in aller Regel Farben für verschiedenen Vegetationssituationen (Getreidestoppel, Maisstoppel, Wintergetreide, Raps, usw.) und lassen den Schirm perfekt mit der Umgebung verschmelzen. Dies ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor bei der Jagd auf die schlauen Wildgänse.  Für die Jagd im Schnee empfiehlt sich entweder die Verwendung eines sogenannten „Snow Covers“ (Schneeüberzug) oder das Aufsprühen von Kunstschnee aus der Dose. Letzteren kann man in Deutschland in Bastelgeschäften kaufen. Mit etwas handwerklichem Geschick kann ein Snow Cover aus einem größeren Stück weißem Stoff auch selbst angefertigt werden.

Hund
Der Hund ist auch bei der Lockjagd auf Gänse ein unentbehrlicher Helfer. Soll er im gleichen Schirm wie sein Herr liegen,  so nimmt er unter der Rückenliege Platz. Theoretisch wäre auch die Möglichkeit den Hund im Fußraum unterzubringen. Davon sollte man jedoch Abstand nehmen da ansonsten der Hund unter der Waffe liegt und zudem – sollte der Hund doch mal einspringen – eine Gefährdung des Hundes geradezu provoziert wird.

Über Alexander Busch

Alexander Busch ist von Kindesbeinen an mit der Jagd verbunden und begleitete den Vater schon als 4-jähriger mit großer Begeisterung zum Jagen. Er führt Wachtelhunde und ist JGHV Verbandsrichter. Alexander Busch schreibt für die Jagdzeitschrift "Wild und Hund" und ist als Buchautor tätig. Sein Wissen gibt er als Referent in zahlreichen Seminaren u. a. für den Jägerlehrhof Jagdschloss Springe, BJV Landesjagdschule Wunsiedel, "Wild und Hund Aktiv", Landesjagdverband NRW, Land Rover Live und Hegeringveranstaltungen weiter.