Aufbau eines Lockbildes für die Gänsejagd

Dem Aufbau des Lockbildes sollte der ambitionierte Gänsejäger einen hohen Stellenwert beimessen. Ist das Lockbild in den Augen der anstreichenden Vögel nicht realistisch, so wird man am Ende des Tages vor einer kleinen oder gar keiner Strecke stehen. Doch wie sollte ein Lockbild bei der Gänsejagd aufgebaut sein, um die größmögliche Lockwirkung zu erzielen? Hier ein paar Anregungen.

Lockbild mit Graugansatrappen, im Vordergrund die Jäger und LayoutBlinds Lockbild aus Fold Up Decoys bei der Gänsejagd auf Nilgänse

Zwei Grundlagen eines erfolgreichen Lockbildes für Gänse sind die größe des Lockbildes und die Qualität der Lockvögel. 15-20 Atrappen sollten es mindestens sein, gilt doch auch bei Gänsen der Grundsatz „je mehr desto besser“. Sehr gute Ergebnisse haben wir mit Lockbildern ab einer Größe von 30-40 Lockgänsen erreicht. Die Atrappen sollten jedoch auch möglichst realistisch aussehen und vor allem selbst bei starkem Sonnenlicht nicht reflektieren. Eine Möglichkeit, preiswert und platzsparend ein großes Lockbild zu erstellen sind die Fold Up Decoys, besser bekannt als FUD’s, die es als Graugans, Blässgans, Kanadagans und auch als Nilgans gibt.

Gänselockbild und Gänseliegen auf Maisstoppel Bei der Lockjagd am freundlichen Lockbild erlegte Gänse

Das Lockbild selbst sollte so aufgebaut werden, dass etwa zwei drittel der Lockvögel vor den Gänseliegen oder Erdlöchern der Jäger stehen und ein drittel der Vögel hinter den Jägern postiert sind. Der Jäger liegt also im Lockbild. Dies ergibt nicht nur eine bessere Tarnung, da die Gänse sich auf die Lockatrappen konzentrieren, sondern ermöglicht auch ein sauberes Erlegen der Gänse. Auch die Windrichtung gilt es zu beachten. Die Jäger sollten den Wind „im Nacken“ haben, da die Gänse gegen den Wind einfallen. Als Tarnung für den Jäger haben sich sogenannte Layout Blinds wie der Gänseschirm Pro Attract „Imperator“ bewährt. Die Lockvögel sollten zu zwei dritteln in äsender Position stehen und zu einem drittel in wachender Position aufgestellt werden. Dies gaukelt den anstreichenden Gänsen einen sicheren Äsungsplatz vor. Das Lockbild sollte so aufgebaut werden, dass die am weitesten entfernten Lockgänse in maximal 25m Distanz zum Schützen stehen. Die Lockvögel im Rücken der Jäger sollten maximal 6 Meter entfernt stehen. Es soll der Eindruck von vertraut äsenden Gänsen entstehen. Es ist dabei nicht notwendig und sogar kontraproduktiv, die Lockvögel alle in eine Richtung schauen zu lassen.

Wenn Sie diese Grundlagen beherzigen steht einer erfolgreichen Lockjagd nichts mehr im Wege. Wir bei Hubertus Fieldsports wünschen Waidmannsheil!

Über Alexander Busch

Alexander Busch ist von Kindesbeinen an mit der Jagd verbunden und begleitete den Vater schon als 4-jähriger mit großer Begeisterung zum Jagen. Er führt Wachtelhunde und ist JGHV Verbandsrichter. Alexander Busch schreibt für die Jagdzeitschrift "Wild und Hund" und ist als Buchautor tätig. Sein Wissen gibt er als Referent in zahlreichen Seminaren u. a. für den Jägerlehrhof Jagdschloss Springe, BJV Landesjagdschule Wunsiedel, "Wild und Hund Aktiv", Landesjagdverband NRW, Land Rover Live und Hegeringveranstaltungen weiter.