Tipps zur Krähenjagd
Günstige Zeitpunkte der Bejagung
Krähenjäger sollten früh aufstehen. Es ist zum einen nicht nur einfacher, das Lockbild und den Stand von den Krähen unbemerkt aufzubauen sondern grade die morgentlichen Ansitze sind es, die meist die besten Strecken bringen. Dies liegt wohl vor allem daran, dass die Krähen morgens hungrig zu den Fressplätzen streichen während sie abends meist schon satt sind, wenn sie zu den Schlafbäumen fliegen. Vor allem die Verknüpfung von Jäger – Lockbild – Abschuss von Artgenossen sollte den intelligenten Vögeln möglichst vorenthalten werden, damit die schnell lernfähigen Rabenkrähen auch bei zukünftigen Jagden nicht misstrauisch werden.
Standplatzwahl
Vor der eigentlichen Jagd muss eine möglichst gute Aufklärungsarbeit geleistet werden. Die aktuell bevorzugten Schlaf- und Futterplätze sowie die Flugrouten der Krähen müssen ausgekundschaftet werden, um einen optimalen Standplatz für den Schirm zu finden. Als Anhaltspunkt für die Suche sollte man nach besonders interessanten Futterplätzen Ausschau halten. Dabei sind Besonders z. B. frisch abgeerntete Getreidefelder, frisch gemähte Wiese sowie umgebrochene Ackerflächen besonders interessant. Aber auch Stände in der Nähe von besonderes attraktiven Fraßplätzen wie z. B. Müllkippen, Kompostierungsanlagen, Silos oder Freiland-Schweinezuchten sind besonders erfolgsversprechend. Man sollte vermeiden, sich in die Nähe von Feldgehölzen, hoher Hecken, Überlandleitungen oder ähnlichen "Ansitzmöglichkeiten" zu postieren, da die Krähen diese häufig dazu nutzen, sich das Lockbild intensiv anzuschauen. Unter Bäumen zu sitzen bringt zusätzlich den Nachteil mit sich, dass Äste und Blätter das Schussfeld eingrenzen.
Alexander Busch bei der Krähenjagd perfekt getarnt Schirm für die Krähenjagd mit transparentem Nylontarnnetz
Tarnung
Ohne perfekte Tarnung läuft bei der Krähenjagd nichts. Die schlauen Vögel durchschauen eine schlechte Tarnung sofort, ein Jagderfolg rückt damit in weite Ferne. Dies bedeutet in der Praxis, dass der Jäger nicht nur einen guten Tarnschirm aufstellen, sondern auch sich selbst so gut wie möglich tarnen muss.
Die Verwendung eines Tarnanzuges inklusive Kopfnetz und Handschuhe sind bei der Krähenjagd absolut notwendig. Dabei haben sich Tarnanzüge mit Blatt- oder Grasapplikationen, sogeannte 3D- oder Ghillie-Suits, als unpraktisch erwiesen. Zwar ist die Tarnwirkung gut, jedoch wird die Bewegungsfreiheit des Jägers zu stark eingeschränkt und man bleibt leicht beim in Anschlag gehen in den Applikationen hängen. Bewährt haben sich Tarnanzüge zum Überziehen mit Tarnmustern der amerikanischen Firma Realtree in Max-4® oder APG®.
Mindestens die gleiche Aufmerksamkeit muss der Krähenjäger dem Tarnschirm widmen. Dabei muss versucht werden, eine maximale Tarnwirkung bei gleichzeitig gutem Blickfeld zu erreichen. Bewährt hat sich die Kombination von blickdichtem Tarnnetz und einem transparenten Nylonnetz, "Tarngardine" genannt. Die Tarnnetze werden mit Hilfe von Klammern an Teleskopstangen befestigt. Dadurch kann der Jäger den Stand flexibel aufbauen wenn er zum Beispiel einen Mitjäger dabei hat. Eine weitere Möglichkeit sind fertige Tarnschirme. Dabei haben sich der Ameristep Field Hunter Blind sowie der Ringer Blind in der Praxis als tauglich erwiesen. Grade der tonneförmige Ringer Blind ist schnell aufgestellt und bietet dem einzeln jagenden Krähenjäger genügend Platz, um auch noch den Jagdhund unterzubringen.
Das Lockbild
Das Ziel bei der Lockjagd besteht darin, die Rabenvögel auf Schrotschussentfernung an den Stand zu locken. Deshalb muss der Jäger den Krähen ein entsprechend attraktives Lockbild bieten.
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Freundliches Lockbild
Dabei arbeiten Krähenjagdprofis mit dem „freundlichen Lockbild“ (Futterlockbild), dass den Rabenkrähen eine besonders gute Futterstelle vortäuscht. Dabei werden Krähenatrappen (Lockkrähen) benutzt, die möglichst naturgetreu auf dem Feld platziert werden. Mindestens zehn bis zwanzig Krähenattrappen sollten dabei verwendet werden. Zu viele sind es nie, es gilt "Viel hilft viel!", da eine große Zahl Lockkrähen ankommenden Vögeln eine besonders attraktive Futterquelle vortäuscht. Beflockte Lockkrähen sind den blanken Kunststoffkrähen vorzuziehen. Sie sind mit einem filzartigen, tiefschwarzen Material überzogen und verfügen über merklich bessere optische Eigenschaften als vergleichbare Kunststoffkrähen, da sie bpsw. einen besseren Kontrast zur Umgebung haben. Dadurch werden die beflockten Lockkrähen von anfliegenden Vögeln auf größere Distanz wahrgenommen und bei hellem Wetter nicht unnatürlich glänzen. Eine spezielle Anordnung der Lockvögel wie bei der Taubenjagd(z. B. alle gegen den Wind) ist nicht notwendig und wirkt eher unnatürlich. Die Lockkrähen sollten so verteilt werden, wie man sie in der Natur auf sitzen sieht. Die am weitesten entfernte Lockkrähe sollte dabei nicht mehr als maximal 20-22 Meter vor dem Schirm stehen.
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Mit Lifthaken in Bäume gesetzte Lockvögel bringen Krähen im Anflug aufs Lockbild
zusätzlichen Erfolg
Die perfekte Ergänzung für das Lockbild ist der Krähenmagnet. Er sorgt auf sehr einfache Art und Weise für Bewegung im Lockbild und macht die Illusion für ankommende Vögel perfekt. Darüber hinaus bindet er die Aufmerksamkeit der anfliegenden Krähen und lenkt sie vom Schirm und den darin wartenden Jägern ab. Es ist absolut beeindruckend wie die Krähen immer direkt neben dem Krähenmagnet im Lockbild einfallen. Eine weitere Möglichkeit, Bewegung ins Lockbild zu bringen stellen beflockte Halbschalen-Krähen dar, die auf unsere Taubenwackler gesetzt werden. Dafür ist zwar ein wenig Schneidarbeit nötig, die gesteigerte Lockwirkung der pickenden Halbschale ist jedoch diesen kleinen Aufwand wert. Auch mit dem Einsatz eines akustischen Krähenlockers kann man seine Strecke noch verbessern. Der Rottumtaler Kombilocker ist bei Klaus Demmel erhältlich, doch auch "Sam's Krähenlocker" des blegischen Krähenjägers Sam Neyt hat sich in der Praxis sehr gut bewährt.
Sonstige Ausrüstung: Zum Transport der voluminösen Lockkrähen werden Transportsäcke benötigt. Dabei ist es ratsam, die beflockten Krähen und deren Füße getrennt aufzubewahren. Zum einen kann so eventuell an den Füßen anhaftende Erde die Krähen nicht verschmutzen, zum anderen könnten die Hartplastikfüße den Flock beschäddigen. Wir nutzen für die Standfüße gerne den Transportsack für Erdspieße. Eine Tasche mit Tarndruck für den Transport der persönlichen Gegenstände wie Gehörschutz, Locker, Munition und vielleicht eine Thermoskanne ist ebenfalls sehr praktisch. Eine bequeme Sitzgelegenheit macht das Warten im Schirm deutlich bequemer und hilft dem Jäger, auch über Stunden konzentriert und ruhig im Schirm zu verharren. Neben Klapphockern mit Tarndruck hat bei einigen Lockjägern der praktische Drehstuhl auf Transporteimer Einzug gehalten.
Flinte und Munition
Bei vielen Krähenjägern ist die Selbstladeflinte zur Waffe der Wahl geworden, da ein rascher dritter Schuss zur Verfügung steht. Am sinnvollsten jedoch ist die Verwendung der vertrauten Flinte. Es ist jedoch sinnvoll, die Flinte zu tarnen. Viele Selbstladeflinten kommen schon mit Tarndruck, für andere Flinten kann zur nachträglichen Tarnung entweder Tarnklebeband, Stretchband oder ein Stoffüberzug, die sogenannte Gewehrsocke, verwendet werden. Über die richtige Schrotpatrone für die Krähenjagd wird häufig diskutiert. Schrotpatronen mit einer Vorlage von 28-36 Gramm und einer Schrotgröße von 2,5-3 mm sind gut geeignet. Als ideal hat sich 2,7mm erwiesen. Es emp?ehlt sich die Deckung mit verschiedenen Patronensorten vorher auf einer Anschusscheibe zu ermitteln.
Jagdhund
Wie immer bei der Jagd ist auch bei der Lockjagd auf Rabenkrrähen ein Jagdhund Pflicht. Dieser muss ein sicherer Verlorenbringer sein und sollte nicht zu zaghaft bei kranken Krähen sein.

Wachtelhündin Quennie beim apportieren Hubertus-Fieldsports Gründer und Wild und Hund Autor
einer erlegten Krähe im Lockbild Alexander Busch nach erfolgreicher Krähenjagd
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Videosequenz Krähenjagd
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